Zur Erstellung von Feedbacks für Prosatexte

Liebe Leserinnen und Leser,

es wird im Laufe der Zeit dazu kommen, dass ich vor allem für meine Romanprojekte um die Meinung meiner Leser bitten werde. Hier ist eine kurze Anleitung für die Anfertigung eines Feedbacks. Und wenn du das Buch eines Kollegen oder einer Kollegin liest, wird er oder sie deine Hilfe sicherlich ebenso zu schätzen wissen wie ich. Und ich hoffe, du hast trotz der Mühe, die die Rückmeldung zu einem Roman macht, auch viel Vergnügen dabei!

Herzlichen Dank im Voraus!

Tipps für dein Feedback
Du bist bereit mein Romanmanuskript zu kritisieren. Damit lässt du dich auf stundenlange Arbeit ein und opferst einen großen Teil deiner Freizeit, um mir beim Schreiben meines Romans behilflich zu sein. Einen größeren Freundschaftsdienst kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Aus diesem Grund bedanke ich mich schon jetzt von ganzem Herzen bei dir für deine Unterstützung!
Die größte Hilfe bist du mir, wenn du folgende Dinge beachtest:
• Bitte verfasse deine Kritik schriftlich. Am besten, du benutzt Word (oder ein vergleichbares Textprogramm). Aktiviere „Änderungen verfolgen“ und benutze vor allem die Kommentar- oder Notizen-Funktion (heißt bei verschiedenen Texprogrammen unterschiedlich). Dann kannst du gleich an den Rand schreiben. Das ist sehr übersichtlich.
(Wenn du zu denjenigen Lesern gehörst, die sich Texte gern ausdrucken, kannst du natürlich auch eine gesonderte Datei anfertigen und an mich schicken. Das ist in meiner speziellen Situation vielleicht sogar einfacher, da ich nicht so gut in Dokumenten hin und her schalten kann. Ein Beispiel: „Der Schlag, den der Onkel der Protagonistin im zweiten Kapitel ausführt, empfinde ich als Überreaktion.“)
• Ich brauche differenzierte und spezifische Kritik. Schone mich nicht. Wenn dir etwas nicht gefällt, dann schreib das auch einfach so. Na ja, es hilft mir schon, wenn du dich darum bemühst, deine Kritik freundlich aber bestimmt zu äußern, denn das führt dazu, dass sie“fast von ganz allein“ konstruktiv geschrieben und von mir auch so aufgefasst werden kann! …
• Es kann mir auch helfen, wenn du in deinen Notizen spontane Eindrücke festhältst. So was wie: „Wow, ich hätte nicht gedacht, dass die Hauptfigur hier so reagieren würde.“ Oder „Mein Gott, ist der Schurke fies. Ich fasse es nicht, dass es so abgründige Menschen geben kann.“ oder so. 

• Achte bitte nicht auf Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik und Stil. Das sind wichtige Themen, aber die Phase, in denen ich diese Dinge überarbeite, kommt erst viel, viel später. – Alles hat eben seine Zeit! 😉 

• Worauf kommt es mir dann an? Hier eine kleine Checkliste:
Wie findest du den Anfang des Romans? Setzt die Geschichte an einem für dich interessanten Punkt ein? Wie gut konntest du dich in das Geschehen hinein versetzen?
Ist dir die Hauptfigur sympathisch? Kannst du mit ihr mitfiebern?
Stimmt der Spannungsaufbau der Kapitel? Verführt der Anfang zum Lesen? Zwingt das Ende zum Weiterlesen?
Gibt es Längen in der Handlung? Überflüssiges? Fehlt dafür etwas, das dich interessiert?
Fallen dir logische Fehler auf? Wechseln Figuren plötzlich ihre Haar- oder Augenfarbe? Gibt es Andeutungen, die später nicht aufgelöst werden?
Die Mitte eines Romans ist wichtig. Bitte achte hier besonders darauf, was dir gefällt oder nicht gefällt, was dir bemerkenswert vorkommt und wie du dich beim Lesen hier fühlst.
Welche Szenen und Momente lösen bei dir welche Gefühle aus? Du hilfst mir sehr damit, wenn du das sofort und spontan notierst.
Noch wichtiger ist das Ende. Ist es spannend? Überzeugt es dich? Ergibt es sich logisch und konsequent aus der Handlung, überrascht dich aber trotzdem? Wie fühlst du dich, nachdem du das Ende gelesen hast?
Hier noch eine kurze Anmerkung in eigener Sache: „Achte bitte vor allem auf die Darstellung der visuellen Aspekte! Sind sie richtig beschreiben? Passen sie zueinander etc?

Liebe Grüße

Paula Grimm

PS: In ähnlicher Weise gibt es diese Anleitung auch auf dem interessanten Blog: http://marcusjohanus.wordpress.com.

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